Zusammenschluss mit Zukunft

Seit Mai diesen Jahres gehört die Feyco AG zur finnischen Teknos-Gruppe. Mit dem internationalen Farben- und Lackhersteller im Hintergrund stellt der Schweizer Marktführer für Schreiner-Lacke die Weichen für die Zukunft.

Der finnische Farben- und Lackhersteller Teknos hat im Mai die deutsch-schweizerische Feyco Treffert-Gruppe übernommen. Damit gehören die Feyco AG in St. Margrethen und die Schekolin AG mit der Produktion in Bendern (Liechtenstein) jetzt zu einem der führenden europäischen Unternehmen der Branche. „Teknos war unser Wunschkandidat für den Zusammenschluss,“ sagt Jakob Knechtli, der früh in die Verhandlungen involviert war und jetzt als Managing Director das Teknos-Feyco-Geschäft im Frankenraum verantwortet. „Unsere Unternehmen haben vieles gemeinsam und ergänzen sich nahezu perfekt, gerade auch in Bezug auf den Schweizer Markt.“

Teknos ist hierzulande noch wenig bekannt. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Helsinki wurde 1948 gegründet und ist eines der größten finnischen Unternehmen in Familienbesitz. Mit 1.700 Beschäftigten zählt Teknos zu den führenden europäischen Herstellern von industriellen Beschichtungen. Wichtigste Produktbereiche sind Beschich­tungssysteme für die Holz verarbeitende Industrie, Pulverlacke sowie Nasslacke für Metall und minera­li­sche Oberflächen. Außerdem ist Teknos in einigen Märkten auch im Segment Bautenfarben aktiv. Das Unternehmen produziert unter anderem in Finnland, Dänemark, Deutschland, Polen, Russland und China und ist mit Vertriebs­gesellschaften und Partnern in mehr als zwei Dutzend Ländern vertreten.

Im Segment ‚Industrial Wood‘ entwickelt und produziert Teknos vor allem industrielle Beschichtungssysteme für Holz im Außen- und Innenbereich. Bei Lacken und Lasuren für die Fensterherstellung hält das Unternehmen in zahlreichen europäischen Ländern eine marktführende Position. Schwerpunkte im Innenbereich sind Lacksysteme für Innentüren, Wand- und Deckenverkleidungen sowie Böden.

Optimale Ergänzung

Den Zusammenschluss beurteilt man bei Feyco durchweg positiv. „Teknos ist nicht einfach nur ein Investor, sondern ein erfolgreicher Farben- und Lackhersteller, der unsere Welt versteht und sich gemeinsam mit uns weiterentwickeln will,“ so Jakob Knechtli. „Die Unternehmenskultur ist unserer sehr ähnlich. Bei aller Internationalität ist Teknos mittelständisch geprägt. Verantwortung, Kontinuität und Fairness sind zentrale Werte im Unternehmen, das passt sehr gut zu uns und zum Schweizer Markt.“

Bei Produktportfolio und Marktdurchdringung ergänzen sich die Unternehmen. Teknos ist besonders stark bei Holz im Außenbereich, insbesondere bei Fenstern, Außentüren und Fassaden. Die Stärken von Feyco liegen vor allem im Innenbereich, etwa bei Innentüren, Böden und Interieur. Durch den Zusammenschluss entsteht somit ein Vollsortimenter mit ausgewiesener Expertise in der gesamten Bandbreite der Holzveredelung.

Kontinuität für Schweizer Kunden

Teknos war bislang in der Schweiz kaum aktiv und hatte hierzulande auch keine Vertriebsorganisation. Der Zusammenschluss mit Feyco bietet dem Unternehmen den Zugang zum Schweizer Markt, zu dem man sich in Finnland klar bekennt. „Teknos hat die Philosophie, dass die Verantwortung für Vertrieb und Produktion im jeweiligen Land liegt,“ erläutert Marcel Stocker, der als Verkaufsdirektor für den Vertrieb in der Schweiz verantwortlich zeichnet. „Wir können und werden also in Zukunft in der Schweiz weiterhin eigenständig so agieren, wie der Markt und unsere Kunden es fordern.“

Konkret bedeutet das, dass die mehr als 6.000 Schreiner, die das Unternehmen hierzulande beliefert, sich nicht auf wesentliche Änderungen einstellen müssen. Teknos Feyco wird in der Schweiz weiterhin mit einem eigenen Außen- und Innendienst, Anwendungstechnikern vor Ort und einem Kompetenz- und Schulungszentrum im Raum Zürich vertreten sein. „Im Einzelfall können sich vielleicht ein paar Zuständigkeiten ändern, aber unsere Schweizer Kunden werden auch in Zukunft kompetente, engagierte Ansprechpartner vor Ort haben,“ so Marcel Stocker. Größere Änderungen gibt es lediglich für Feyco-Kunden außerhalb der Schweiz. Diese werden zukünftig von der jeweiligen lokalen Teknos-Gesellschaft betreut.

Ebenfalls bleiben werden der Stützpunkt in der Westschweiz (Crissier bei Lausanne) mit Abtönzentrale und Anwendungstechnik sowie die Produktion in Bendern. „Produktion und Vertrieb werden in Zukunft enger zusammenwachsen,“ erklärt Jakob Knechtli. „Die Produktion war bislang lediglich eine Schwestergesellschaft innerhalb der Holding, jetzt gehört sie direkt zu unserem Verantwortungsbereich. Das heißt es gibt eine engere Zusammenarbeit mit flachen Hierarchien und kurzen Entscheidungswegen, von denen auch unsere Kunden profitieren werden.“ Mit rund 150 Arbeitsplätzen ist Teknos Feyco im Frankenraum so groß vertreten wie kein anderer internationaler Hersteller von Holzlacken.

Breit aufgestelltes Sortiment und Know-how

Beim Produktangebot soll es keine grundlegenden Änderungen geben. „Schreiner und industrielle Verarbeiter können weiterhin auf die bewährten Produkte vertrauen“, so Marcel Stocker. „Was sich sicherlich ändern wird, sind die Innovationszyklen. Teknos ist ein innovations-getriebenes Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern in Forschung und Entwicklung. Davon werden wir auch hier in der Schweiz profitieren.“

Zusätzlich zu den bekannten Produkten haben Schweizer Kunden zukünftig auch Zugriff auf das angestammte Teknos-Sortiment. Besonders interessant dürfte das für Betriebe mit teilweise industriellen Prozessen im Bereich Fenster, Außentüren, Balkonen oder Fassadenverkleidungen sein. Teknos hat hier verschiedenste Systeme für deckende, lasierende und farblose Aufbauten im Programm, bis hin zu brandhemmenden Lösungen für Holzverkleidungen.

Auch in puncto Anwendungstechnik wächst das Angebot durch den Zusammenschluss. Neben dem Kompetenzzentrum in der Schweiz stehen zukünftig auch die internationalen Kompetenzzentren in Finnland und Dänemark für Tests und Schulungen zur Verfügung. Das Technikum für Holzveredelung im dänischen Vamdrup beispielsweise zählt zu den größten und modernsten seiner Art in Europa und wird von Teknos-Kunden aus aller Welt genutzt.

Positive Aussichten 

Der Zusammenschluss mit Teknos markiert eine entscheidende Wegmarke für Feyco. „Wir sind in den vergangenen Jahren als Unternehmen durch schwierige Zeiten gegangen und haben unseren Kunden manches zumuten müssen,“ bekennt Marcel Stocker. „Mit der wirtschaftlichen Stärke, internationalen Erfahrung und Innovationskraft von Teknos werden wir wieder der starke Partner, den unsere Kunden brauchen. Unsere wichtigsten Ziele sind Kontinuität, eine engagierte Unterstützung und verlässliche Lieferungen. Daran wollen wir uns zukünftig messen lassen.“

Insgesamt blickt man bei Teknos Feyco optimistisch in die Zukunft. „Die Marktsituation für Schreiner war in den letzten Jahren sicherlich nicht leicht,“ kommentiert Jakob Knechtli. „Aus unserer Sicht ist die Talsohle jetzt aber durchschritten. Wir sind zuversichtlich, dass die hervorragende Arbeit, die die Schweizer Schreiner leisten, jetzt wieder Auftrieb bekommt. Dazu tragen wir gerne unseren Teil bei.“